Bäume im Schlosspark:

(1) Eschen-Ahorn

Botanischer Name: Acer negundo L.

 

Größe: 15 – 20 m hoch, Stammdurchmesser bis 50 cm (oft auch mehrstämmig)

Alter: selten älter als 100 Jahre

 

Die Blätter des Eschen-Ahorns erinnern eher an Eschenblätter als an typische Ahornblätter. Sie sind unpaarig gefiedert, das heißt an einem langen dünnen Stiel sitzen drei, fünf oder sieben 5 – 10 cm lange Fiederblätter. Diese sind eiförmig mit einem zugespitzten oberen Ende und meist einigen groben Zähnchen am Rand. Das gesamte Blatt ist etwa 15 cm breit und 20 cm lang. Die Fiederblätter sind sehr dünn und lichtgrün, auf der Unterseite etwas heller und manchmal fein behaart. Es gibt auch Zierformen mit gelben, violetten oder am Rande weißen (panaschierten) Blättern. Normal grüne Blätter des Eschen-Ahorns färben sich im Herbst goldgelb und lösen sich dann meist einzeln vom Mittelstiel ab.

Eschen-Ahorn Acer negundo.

Links: Zweig mit Blatt und Früchten (Foto: Agnieszka Kwiecień),

rechts: Blätter und Blüten (Grafik: Johan Carl Krauss. Amsterdam 1802; Quelle: beide Wikipedia)

Die junge Rinde des Eschen-Ahorns ist glatt und graubraun. Im Alter ist sie hellbraun bis

dunkelgrau, manchmal durch Algen grünlich gefärbt, und trägt flache Längsrisse, die wie zerkratzt aussehen.

 

Der Eschen-Ahorn entfaltet seine Blüten von März bis April; sie erscheinen bereits kurz vor der Entfaltung der Blätter am noch kahlen Baum. Der Eschen-Ahorn ist eine zweihäusige Pflanze, das heißt es gibt rein männliche (♂) und rein weibliche (♀) Bäume. Die Blüten sind gelbgrün, bei den ♂ mit rotbraunen bis violetten Pollensäckchen. Im Gegensatz zu Berg- und Spitzahorn lässt der Eschen-Ahorn seine Blüten durch den Wind bestäuben. Die ♀ Früchte können sich auch ohne einen ♂ Baum in der Nähe entwickeln, aber sie bleiben dann in der Regel „taub“, also ohne keimfähigen Samen im Innern. Die Früchte des Eschen-Ahorns sind typische Ahorn-Früchte: 2 kleine Nüsschen mit je einem großen manchmal leicht gekrümmten Flügel wachsen zusammen und lösen sich später einzeln vom Baum. Beim Eschen-Ahorn bilden beide Hälften einen spitzen Winkel.

Eschen-Ahorn:

links, männlich (♂) in voller Blüte mit soeben beginnender Blatt-Entfaltung,

rechts, weiblich (♀) mit noch unreifen Früchten. Beide Fotos: Uwe Kunick

Vorkommen: Der Eschen-Ahorn lebt ursprünglich im östlichen Nordamerika von Ontario bis

Florida und bevorzugt hier Auwälder. Bereits 1688 wurde er als Zierbaum in Mitteleuropa

eingeführt und ist heute einer der häufigsten Neophyten in Parks, Alleen, Landschaftsgärten und Friedhöfen. Auch in Wäldern ist der Eschen-Ahorn inzwischen etabliert. Da er aber

konkurrenzschwach ist, werden von ihm keine heimischen Bäume verdrängt.

Links: natürliche Verbreitung des Eschen-Ahorns (Grafik: "Atlas of United States’ Trees" by Elbert L. Little jr.), rechts: Borke am Stamm (Foto: Botaurus; Bildquelle: beide Wikipedia)

Die Wirtschaftliche Bedeutung des Eschen-Ahorns wächst in letzter Zeit. Seine gute Resistenz

gegen Abgase und Feinstaub aus Industrie und Verkehr macht ihn zu einem beliebten Straßen- und Alleebaum. Da er auch eine hohe Trockenheitsresistenz besitzt, gewinnt er im zunehmend trockener werdenden Klima auch als Wald- und Forstbaum immer mehr an Bedeutung. Der Eschen-Ahorn verträgt im Winter Frost bis etwa – 32 °C und bevorzugt sonnige bis halbschattige Standorte.

 

Das Holz des Eschen-Ahorns ist leicht, weich und hell und zeigt oft eine feine rote Maserung. Es lässt sich gut bearbeiten und polieren und ist vor allem bei Künstlern zum Schnitzen und Drechseln beliebt. Für Handwerker ist es dagegen weniger interessant, vor allem im Außenbereich verrottet es schnell. Bei älteren Bäumen wird die Krone bereits zu Lebzeiten brüchig. So ist es von eher geringer wirtschaftlicher Bedeutung und wird z. B. als Feuerholz oder als Hackschnitzel zur Energiegewinnung genutzt.

 

Verwechslungsgefahr: Die Blätter des Eschen-Ahorns ähneln denen der Esche, sind aber deutlich breiter. Seine Früchte ähneln denen einiger anderer Ahornarten. Durch die Kombination dieser beiden Merkmale wird er Eschen-Ahorn, zumindest während er Laub trägt, aber einzigartig.

Die markanten Blätter des Eschen-Ahorns im Sommer (links) und im Herbst kurz vor dem

Laubabwurf (rechts). Beide Fotos: Uwe Kunick

 

Eschen-Ahorn im Herbst. Die rötlichen Blätter im rechten Hintergrund gehören einem jungen Spitzahorn.

Foto: Uwe Kunick

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