Bäume im Schlosspark:

(2) Spitz-Ahorn

Botanischer Name: Acer platanoides L.

 

Größe: 20 – 25 m hoch (maximal 30 m)

Alter: 150 – 200 Jahre

 

Die Blätter des Spitz-Ahorns sind fünflappig mit tiefen gerundeten Buchten und glattem Rand. Alle Blattzipfel sind zu langen scharfen Spitzen ausgezogen, die dem Baum seinen deutschen Namen eingetragen haben. Die Blätter entfalten sich meist Ende April bis Anfang Mai und bleiben dann rund ein halbes Jahr am Baum. Im Oktober bietet der Spitz-Ahorn dann ein eindrucksvolles Farbenspiel: die bisher grünen (bei manchen Sorten auch leicht rötlichen) Blätter färben sich zunächst leuchtend gelb und bald darauf leuchtend rot, bevor sie zu Boden fallen. In der Regel schreitet dieser Prozess von oben nach unten fort, so dass man am gleichen Baum dann Laub in bis zu 3 verschiedenen Farben sehen kann. Früher aß man junge Ahornblätter als Salat.

 

Die junge Rinde des Spitz-Ahorns ist glatt und blass braun. Im Alter entwickelt sich eine

dunkelbraune bis graue Borke mit deutlich längsrissiger Struktur.

 

Der Spitz-Ahorn entfaltet seine eher kleinen gelb-grünen Blüten von April bis Mai; sie erscheinen bereits vor der Entfaltung der Blätter am noch kahlen Baum. Die breiten Doldentrauben stehen meist aufrecht. In der Regel sind die Blüten zwittrig, es gibt auch eingeschlechtliche Blüten, aber die meisten Bäume tragen beide (unvollständig zweihäusig). Die Blüten werden von Insekten bestäubt, und sie sind damit im noch kargen Frühjahr eine wichtige und gut besuchte Nahrungsquelle für Bienen, Fliegen und einige Käfer.

Links: Spitzahorn in voller Blüte. Foto: Rabensteiner, Quelle: Wikipedia

Rechts: Spitzahorn-Früchte. Foto: M. Violante, Quelle: Wikipedia

Die Früchte des Spitz-Ahorns sind typisch für die Gattung Ahorn. Es sind stark abgeplattete

Nüsschen mit einem einzelnen langen Flügel. Aus einer Blüte entstehen jeweils 2 Früchte, die beim Spitz-Ahorn miteinander einen stumpfen bis fast gestreckten Winkel bilden. Bei Reife lösen sie sich einzeln vom Baum und rotieren während des Fluges.

 

Vorkommen: Der Spitz-Ahorn ist im gemäßigt kontinentalen Klimabereich Europas weit verbreitet und kommt natürlich in Laub- und Mischwäldern der Ebene und des Hügellandes bis ins niedrige Bergland vor. Neben dem Bestand in Wäldern findet man ihn auch oft als Zierbaum in Parks, Alleen, Landschaftsgärten und Friedhöfen.

Natürliche Verbreitung des Spitzahorns. Grafik: „MPF“, Quelle: Wikipedia

Die Wirtschaftliche Bedeutung des Spitz-Ahorns wächst in letzter Zeit. Seine gute Resistenz

gegen Abgase aus Industrie und Verkehr macht ihn zu einem beliebten Straßen- und Alleebaum. Da er auch für trockene und sehr trockene Standorte geeignet ist, gewinnt er im zunehmend trockener werdenden Klima auch als Wald- und Forstbaum immer mehr an Bedeutung. Für frische bis nasse Standorte ist der Spitz-Ahorn dagegen nicht geeignet.

 

Das Holz des Spitz-Ahorns ist robust, zäh und hart. Es wird hauptsächlich für Griffe und Stiele für diverse Werkzeuge und Gartengeräte genutzt. Auch Werkbänke, Sportbögen, Spazierstöcke, Gewehrschäfte und Schlittenkufen werden teilweise bis heute aus seinem Holz hergestellt. Wenn dagegen die Ästhetik im Vordergrund steht, wie etwa bei Möbeln und Furnieren, bevorzugen Tischler und Schreiner sowie Drechsler und Schnitzer das Holz des nahe verwandten Bergahorns.

 

Verwechslungsgefahr: Dem Spitz-Ahorn ziemlich ähnlich sieht der Bergahorn Acer

pseudoplatanus, der ebenfalls oft in Parks und Landschaftsgärten als Zierbaum zu finden ist. Es gibt allerdings einige gute Unterscheidungsmerkmale zwischen beiden Ahornarten (vergleichen Sie hierzu bitte Absatz ③).

Hier noch einige Bilder zum Spitz-Ahorn (alle Fotos: Uwe Kunick):

Im Herbst zaubert der Spitzahorn einen Hauch von „Indian Summer“ in die heimische Natur

Links: Spitzahornblätter beim Umfärben im Herbst, rechts: Spitzahornblüte im Frühjahr.

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