Der Schlosspark Senftenberg – ein historisches Kleinod

Im Herz von Senftenberg, direkt an der historischen Schloss- und Festungsanlage aus dem 16. Jahrhundert, liegt der Schlosspark. Er wurde ab 1912 unter dem damaligen Bürgermeister Kieback als Kaiser-Wilhelm-Park angelegt. Im Jahre 2009 wurde das Parkgelände für rund 400.000 € teilweise umgestaltet, und dabei wurden auch aus Resten des ehemaligen Schlossteichs die beiden heutigen Teiche nach historischem Vorbild angelegt. Hier findet man regelmäßig Wasservögel, die vom Bestand an kleinen Fischen und zahlreichen Insekten und Wasserpflanzen profitieren. Fast regelmäßig schwimmt hier die Stockente Anas platyrhynchos, oft ruhen die wenig scheuen Enten auch am Ufer. Ebenso ästhetisch wie ökologisch wertvoll sind hier typische Wasserpflanzen wie Schilf und Seerosen. Die Seerosen findet man vor allem in der Südwestecke des Großen Schlossteichs.

 

Einen großen Teil des ursprünglichen historischen Baumbestandes kann der Besucher heute noch im Schlosspark bewundern. Diese alten Bäume laden nicht nur zum Entspannen unter ihrem Schatten spendenden Laub ein, sie versorgen auch als „grüne Lunge“ die Bewohner und Gäste der Stadt mit Sauerstoff und filtern Schadstoffe und Treibhausgase aus der Luft. Außerdem bieten sie auch vielen Insekten, Vögeln und Fledermäusen Brutstätten, Schlafplätze und Futter. So konnte eine Arbeitsgruppe unseres NABU-Regionalverbandes bei einer Stichprobe 2015 an einem Abend 4 Fledermausarten nachweisen; vermutlich finden hier aber noch weitere Arten willkommene Brut und Ruhestätten. Doch auch aus botanischer Sicht bietet der alte Baumbestand im historischen Schlosspark von Senftenberg einiges Interessantes und die eine oder andere Rarität. Deshalb verdienen auch diese Bäume unser Interesse.

Denn Bäume sind viel mehr als nur eine hübsche

„Dekoration am Wegesrand“.

 

Unsere Bäume…

* produzieren Sauerstoff (über 10.000 l / Tag, bei großen Bäumen noch deutlich mehr)

* speichern Kohlendioxid (in 1 m³ Holz ist eine Tonne CO2 dauerhaft klimaneutral verwahrt)

* binden giftige Gase, z. B. Diverse Stickoxide

* filtern Partikel u. Feinstaub aus der Luft, die der Regen dann vom Baum in den Boden spült

* verbessern in ihrer Umgebung Temperatur und Luftfeuchtigkeit

* ihre Blüten und Blätter ernähren Insekten

* bieten Brutstätten und Schutzräume für unsere Vögel

* stellen Quartiere für Fledermäuse

* liefen Tierfutter: Laub, Blüten, Früchte; manche Tiere fressen auch das Holz

* erzeugen auch für uns Menschen gesundes Obst

* spenden im Sommer angenehmen Schatten

* schützen Menschen und Felder vor Wind und Sturm

* können bei günstigem Standort eine Klimaanlage im Haus ersetzen

* liefern Holz als nachhaltigen ökologischen Baustoff

* Holz ist auch ein wichtiger Werkstoff für Künstler und Handwerker

* speichern Wasser und mildern Hochwasser

* verhindern die Bodenerosion durch Wasser und Wind

 

Diese Liste ist sicher noch nicht vollständig. Doch vielleicht fällt sie Ihnen ja ein, wenn Sie wieder einmal zur Säge greifen, weil Ihnen oder Ihren Plänen irgendwo ein Baum im Wege steht. Mit ein wenig gutem Willen findet sich vielleicht auch eine weniger radikale Lösung, und ein Baum darf weiter leben. Demnächst stellen wir Ihnen hier einige Baumarten aus unserem Schlosspark näher vor. Dabei erhebt auch diese Artenliste keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Wir empfehlen Ihnen auch unseren Baumlehrpfad im benachbarten Tierpark. Hier wurden von uns im Sommer 2020 direkt neben 24 interessanten Bäumen informative Tafeln aufgestellt.

Blick auf den Schlosspark vom Südeingang.

Foto: Uwe Kunick

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