Bäume im Schlosspark:

(3) Berg-Ahorn

Botanischer Name: Acer pseudoplatanus L.

 

Größe: 20 – 30 m hoch

Alter: bis 500 Jahre

Bergahorn. Links: Übersicht (Grafik: Johann Carl Krauss), rechts: Laubblatt (Foto: Frank Vincentz; Bildquelle: beide Wikipedia)

Die Blätter des Bergahorns sind drei- bis fünflappig mit tiefen spitzen Buchten und gesägtem bis unregelmäßig gekerbtem Rand. Die Blattzipfel sind stumpf bis leicht zugespitzt, aber nie zu langen scharfen Spitzen ausgezogen. Die Blätter entfalten sich meist Ende April bis Anfang Mai und bleiben dann rund ein halbes Jahr am Baum. Ihre Oberseite ist dunkelgrün, die Unterseite etwas heller, manchmal grau-grün oder leicht rötlich. Im Oktober färben sich die Blätter des Bergahorns gelb und fallen dann ab; im Vergleich zum Farbspektakel des Spitzahorns sind sie eher unscheinbar.

Bergahornlaub im Herbst. Links: Die wertvollen Chloroplasten fließen durch die Blattadern zurück in den Baum. Rechts: Dadurch werden die grünen Blätter gelb.

Beide Fotos: Uwe Kunick

Die junge Rinde des Bergahorns ist glatt und hell graubraun; sie wirkt durch kleine Lentizellen

(Korkporen zum Gasaustausch) etwas „warzig“. Im Alter entwickelt sich eine dunkelbraune bis

graue Borke, die an vielen Stellen schuppig bis plattig abblättert. Damit ähneln nicht nur die

Blätter, sondern auch der Stamm des Bergahorns denen einer Platane, was ihm seinen botanischen Artnamen eingebracht hat.

 

Der Bergahorn entfaltet seine eher kleinen gelb-grünen Blüten im Mai mit dem Laubaustrieb. Sie bilden lange herab hängende Doldenrispen. In der Regel sind die Blüten zwittrig, es gibt auch eingeschlechtliche Blüten, aber dann tragen die Bäume beide Typen. Die nektarreichen Blüten werden von Insekten bestäubt, und sie sind damit im noch kargen Frühjahr eine wichtige und gut besuchte Nahrungsquelle für Bienen, Fliegen und einige Käfer.

 

Die Früchte des Bergahorns sind typisch für die Gattung Ahorn. Es sind abgeplattete Nüsschen mit einem einzelnen langen Flügel. Aus einer Blüte entstehen jeweils 2 Früchte, die beim Berghorn miteinander einen spitzen bis rechten Winkel bilden; manchmal hängen sie auch fast senkrecht nebeneinander. Unreife Früchte sind grün bis rötlich gefärbt. Bei der Reife werden sie braun, lösen sich einzeln vom Baum und rotieren während des Fluges. Bei günstigem Wind können sie über 100 m weit fliegen und so neue Lebensräume erobern.

Bergahorn mit Blüten (links), unreifen Früchten (Mitte) und reifen Früchten (rechts).

Alle Fotos: Uwe Kunick.

Vorkommen: Der Bergahorn ist im gemäßigt kontinentalen Klimabereich Europas und Westasiens weit verbreitet und kommt natürlich in Laub- und Mischwäldern der des Hügellandes bis ins mittlere Bergland vor. In den Alpen findet man ihn bis in hochmontane Lagen in 1500 bis fast 2000 m über NN. Im deutschen Tiefland sowie in Nordwest-Europa wurde er erst durch den Menschen (synanthropisch) eingeführt, ist aber hier inzwischen auch verwildert. Neben dem Bestand in Wäldern ist der Bergahorn auch ein häufiger Zierbaum in Parks, Alleen, Landschaftsgärten und Friedhöfen.

Verbreitung des Bergahorns Acer pseudoplatanus in Europa. Verwendete Farben und Symbole:

Natürliche Verbreitung, × Isolierte Populationen, Eingeführte u. verwilderte Vorkommen.

Karte: Giovanni Caudullo (2017), Quelle: Wikipedia.

Die Wirtschaftliche Bedeutung des Bergahorns ist heute abgesehen vom Holz eher gering. Man verwendet ihn als Straßen- und Alleebaum, aber er ist empfindlich gegen Streusalz. Sein

zuckerhaltiger Saft wurde früher im Frühjahr abgezapft und zur Zuckergewinnung genutzt, als Most getrunken oder zu einem weinähnlichen Getränk vergoren. Sein Nektar ergibt einen hochwertigen Bienenhonig.

 

Das Holz des Bergahorns ist nach 120 – 140 Jahren hiebreif. Es ist zäh und hart, aber gut zu

bearbeiten. Aufgrund seiner Qualität zählt es zu den Edellaubhölzern, und gut gewachsene Stämme kosten leicht mehrere Tausend Euro. Es wird z. B. zu hochwertigen Möbeln verarbeitet oder als Klangholz für Musikinstrumente (Streich-, Zupf- und Holzblasinstrumente) verwendet. Auch haltbare Parkettböden und Griffe und Stiele für diverse Werkzeuge und Gartengeräte sowie Skateboards werden aus seinem Holz gefertigt. Bereits die Pfahlbauer der Stein- und Bronzezeit nutzten oft Bergahornholz als Baumaterial und Stützen für ihre Wohnbauten; allerdings ist es im Freien nicht besonders witterungsfest.

 

Verwechslungsgefahr: Dem Bergahorn recht ähnlich ist der Spitz-Ahorn Acer platanoides, der ebenfalls oft in Parks und Landschaftsgärten als Zierbaum zu finden ist. Es gibt aber einige gute Unterscheidungsmerkmale (vergleichen Sie hierzu bitte Absatz ②).

Bergahorn im Herbst.

Links: Beginn der Laubfärbung an einem jüngeren Baum. Mitte:

Fortgeschrittene Laubfärbung an Seitenzweigen und typisch abschuppende Borke am Stamm eines älteren Baumes (beide Fotos: Uwe Kunick). Rechts: Alter Stamm mit deutlich abplatzender Borke (Foto: „Rosser1954“, Quelle: Wikipedia).

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