DER VOGEL DES JAHRES 2022 IST GEKÜRT!

Der NABU dankt allen 143.000 Vogelfreunden für ihre Teilnahme an der Wahl! Hier sind die

Wahlergebnisse nach Auszählung aller Stimmen am 18. 11. 2021:

Platz 1: Wiedehopf Upupa epops 45.523 Stimmen 31,9 %
Platz 2: Mehlschwalbe Delichon urbicum 34.773 Stimmen 24,4 %
Platz 3: Bluthänfling Carduelis cannabina 28.442 Stimmen 19,9 %
Platz 4: Feldsperling Passer montanus 23.259 Stimmen 16,3 %
Platz 5: Steinschmätzer Oenanthe oenanthe 10.801 Stimmen 7,6 %

Quelle für Grafik und Zahlen zur Wahl: NABU Bundesverband Website

Der Wiedehopf bevorzugt wärme-exponierte Gebiete mit nur lockerem Gehölzbestand und kurzer und lückiger Vegetation. Nach einem starken Bestandsrückgang seit den 1950-er Jahren durch die Intensivierung der Landwirtschaft konnte sich der Bestand in den letzten Jahren durch den Klimawandel und durch die Eroberung von Sekundärbiotopen als Lebensraum und Bruthabitat wieder ein wenig erholen. So findet man den Wiedehopf heute in Deutschland am ehesten noch auf großen extensiven Weiden, großen Streuobstwiesen und in rekultivierten Tagebauflächen und auf Truppenübungsplätzen. Bei uns findet man diesen Zugvogel von April bis September.

 

Ein größeres Problem als mangelnder geeigneter Lebensraum ist für den Wiedehopf und viele

andere Brutvögel der immer noch massive Einsatz von diversen Pestiziden in der Landwirtschaft. Denn diese machen an den Ackergrenzen nicht halt, und sie unterscheiden auch nicht zwischen „schädlichen“, harmlosen und nützlichen Insekten. Vom Standpunkt des Wiedehopfs sind alle größeren Insekten eine nützliche Nahrung für ihn und seine Küken. Deshalb trat er auch mit dem Wahlslogan „Gift ist keine Lösung“ an und hatte damit Erfolg.

 

Da natürliche Bruthöhlen ebenfalls knapp sind, können wir dem Wiedehopf an geeigneten Biotopen mit speziellen künstlichen Nisthöhlen zum Bruterfolg verhelfen. Derzeit schätzt man seinen Bestand in Deutschland auf 800 – 950 Brutpaare. Zum Vergleich: Die Zahl der etwa gleich großen Amsel in Deutschland wurde 2016 auf 7,9 – 9,5 Millionen Brutpaare geschätzt. Damit gilt der Wiedehopf offiziell noch immer als „gefährdet“ (Rote Liste der Brutvögel in Deutschland [2021]: 3). In Brandenburg nimmt die Zahl besetzter Brutreviere seit der Jahrtausendwende tendenziell zu und hat sich von ca. 150 im Jahr 2000 auf 320 im Jahr 2016 etwa verdoppelt. Doch auch hier gilt er immer noch als „gefährdet“ (Rote Liste Brandenburg [2019]: 3).

Wiedehopf

(Upupa epops)

Lebensraum:

warme trockene Orte mit wenig Vegetation;

wie extensive Weiden, Waldlichtungen, Truppen-

extensive Weiden, Waldlichtungen, Truppenübungsplatze

Streuobstwiesen, rekultivierte Tagebaue, extensive Weinberge

 Verbreitung: lokal im gemäßigten Europa und Asien 
Größe: 25 – 29 cm lang, Spannweite 42 – 46 cm
Gewicht: um 55 – 80 g (etwa wie Amsel)
Färbung:

orangebraun, Haube, Flügel, Schwanz und

Rücken schwarzweiß

Nahrung:

große Insekten, seltener Spinnen, Asseln,

Regenwürmer, kleine Eidechsen und Vogeleier

Brutzeit:

bei und meist 1 Brut / Jahr ab April

Gelege:

6 - 10 Eier: l = 26 mm, d = 18 mm, g = 4,4 g

Bestand:

Deutschland: ≈ 800 – 950 Brutpaare

(RL: 3)

Europa: ≈ 1 Millionen Paare → nicht gefährdet

Besonderes:

- so groß wie Amsel, wirkt aber viel größer

- bedroht durch Pestizide & Biotopzerstörung

- verteidigt sich bei Gefahr mit übel riechenden

Sekreten (Kot, Bürzel), auch schon als Nestling

- ♂ und ♀ sehen gleich aus (♀ etwas blasser)

- bei uns von April bis September, im Winter

im tropischen Afrika

- hupender Balzruf lieferte den Gattungsnamen

Wiedehopf sitzend (Foto: Mario Görs) und im Anflug am Nest

(Quelle: Badische Zeitung BZ)

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